Circa 10 Zeichen #10

Circa 10 Zeichen #10

Ich mach’s kurz – Glücksspiel oder Weltraum. Der Jahreswechsel und seine Idle Games.

Incre Dicer

Incre Dicer

Veröffentlicht: November 2025
Thema: Würfel/Glücksspiel
Worum geht’s: Würfel geben Geld. Mehr Würfel geben mehr Geld.
Prestigesystem1: Nicht vorhanden, braucht es auch nicht
BSW2: Ein schöner Bildschirmschoner, der nebenher laufen kann. Gibt sogar eigenen Idle-Mode, der die Maussteuerung komplett übernimmt.
Run-Länge: Ein einziger langer Run
Umfang und Wiederspielwert: Hat man alle Upgrades, kommt nichts mehr. Gibt wenig Grund für einen kompletten Neustart. In unter 5 Stunden hat man alle Upgrades und damit alles gesehen.
Demo: Endet früh im Upgradebaum. Gibt einen guten Einblick, was Full Release noch bietet.
Spielertyp: Idle-Einsteiger. Insbesondere das fehlende Prestigesystem vereinfacht das Spiel und ist daher für noch unerfahrene Klicker ein entspannter erster Blick in das Genre.
Fazit: Vergleichsweise kurz und abwechslungsarm. Aber die wenigen Mechaniken, die es bietet, sind gut durchdacht. Die Progression ist gut lesbar (siehe „Worum geht’s?“) und Updates transparent in ihrer Auswirkung.
Gib mir: €2,99 auf Steam

Feed the Reactor

Feed the Reactor

Veröffentlicht: Januar 2026
Thema: Schiffantrieb/Weltall
Worum geht’s: Wir fliegen durch das Weltall und müssen den Reaktor anheizen, um Energie für den nächsten Warpsprung zu sammeln. Dabei treffen wir auf Fische – in Space.
Prestigesystem: Unbalanciert. Zu Beginn sehr behäbig, gegen Ende holt man sich ein Upgrade nach dem anderen.
BSW: Zu hektisch als Bildschirmschoner. Und um wirklich voranzukommen, muss man ständig Upgrades nachkaufen.
Run-Länge: Zu Beginn ungefähr 10 Minuten, nimmt gegen Ende nochmals stark ab.
Umfang und Wiederspielwert: Bis zu drei Enden, die aber auf einem linearen Pfad liegen. In unter 3 Stunden hat man das erste von drei Enden gesehen.
Demo: Vorhanden, aber nicht gespielt.
Spielertyp: Idle Fortgeschrittene. Es gibt viele Systeme. Vielleicht zu viele. Die oberflächliche Story hätte es nicht gebraucht. Sogar ein Flappy Bird Klon ist drin. Die Upgrades und Systeme sind teils undurchsichtig und in jedem Fall untererklärt.
Fazit: Ein recht verwirrender Vertreter. Wahrscheinlich würde man ihn positiv als „ambitioniert“ beschreiben. Hat aber hübsche Schauwerte und ein unverbrauchtes wie ungewöhnliches System, bei dem man nur sehr indirekt ins Spiel eingreift.
Gib mir: €6,89 auf Steam

Gamblers Table

Gamblers Table

Veröffentlicht: Januar 2026
Thema: Münzwurf/Glücksspiel
Worum geht’s: Kopf bringt Geld, Zahl leider nichts. Viele Helferlein, z. T. im Dr.-Strangelove-Modus, helfen beim Coinflippen unseres Münzstarterkits.
Prestigesystem: Kleiner, überschaubarer Upgradebaum. Dafür längere Runs und langsamere Progression.
BSW: Ein hervorragender Bildschirmschoner. Gegen Ende wird es sehr hektisch auf dem Bildschirm, zum Teil auch unübersichtlich (Tipp: in den Optionen den Mauskontrast hochstellen, sonst sieht man sie auf dem Spielfeld überhaupt nicht mehr).
Run-Länge: 30–40 Minuten
Umfang und Wiederspielwert: Neben dem Starttisch gibt es noch sechs weitere freizuspielen, die unterschiedliche Boni geben. In unter 10 Stunden hat man alle Tische und Upgrades gesehen.
Demo: Teasert den ersten Tisch und erste Upgrades an. Spielmechanisch wird schon fast alles gezeigt, was der Full Release verspricht.
Spielertyp: Gemütliche Idler, der einem sehr früh fast vollständige Automatisierung bietet. Spätere Mechaniken benötigen kleine manuelle Justierungen, aber es bleibt cozy.
Fazit: Glücksspielmechanik trifft auf Wuselfaktor. Aber wirklich gegambelt wird – wie es der Titel eigentlich verspricht – nicht. Da hätte man lieber noch mehr Münzwurf- und Glücksmechaniken sehen wollen. Die Progression läuft gerade zu Beginn zu langsam. Verspricht sehr viel und hält davon nicht alles durch.
Gib mir: €6,99 auf Steam

A Game About Feeding a Black Hole

A Game About Feeding a Black Hole

Veröffentlicht: Dezember 2025
Thema: Schwarze Löcher/Weltall
Worum geht’s: Ein schwarzes Loch hat Hunger. Wir spielen mit der Maus Higgs-Boson und sorgen dafür, dass es genug zu essen hat.
Prestigesystem: Riesiger Upgradebaum, den man aber fast linear durchschreitet.
BSW: Als Bildschirmschoner ungeeignet. Mausarbeit ist essenziell, sonst bleibt das schwarze Loch hungrig.
Run-Länge: Unter 1 Minute
Umfang und Wiederspielwert: Bietet eine Handvoll Modi, die z. T. auf kurze Spielzeit ausgelegt sind. Wer sich durch Speedruns motiviert fühlt, kann seine Bestzeiten verbessern. In unter 5 Stunden hat man alle (aktuellen) Spielmodi einmal durch.
Demo: Mit kleinem Upgradebaum erreicht man schnell ein gefülltes schwarzes Loch. Verschweigt ein Großteil der späteren Upgradesysteme.
Spielertyp: Idler aller Länder, vereinigt euch im schwarzen Loch.
Fazit: Bietet nur indirekte automatische Systeme, fast alles muss man sich mit der Maus erkämpfen. Dafür schöne, knackige Runs. Aber Vorsicht, alles noch im Aufbau: Viele Modi sind zum Zeitpunkt des Artikels noch in Entwicklung. Die vorhandenen Modi sind vielversprechend und erstaunlich abwechslungsreich für die kurze Spielzeit und das Szenario. Aber: verschenktes Potenzial beim Upgradebaum. Zu linear, auch wenn es extra einen Modus gibt, der das Problem beseitigen möchte.
Gib mir: €6,89 auf Steam

Unfair Flips

Unfair Flips

Veröffentlicht: September 2025
Thema: Münzwurf/Glücksspiel
Worum geht’s: Wir sitzen in einer Bar und werfen eine gezinkte Münze. Wenn wir 10 mal Kopf in Folge geworfen haben, ist das Spiel vorbei.
Prestigesystem: Keines. Hätte nicht geschadet.
BSW: Ein klassischer One-Button-Clicker. Wir müssen klicken-klicken-klicken um zu flippen-flippen-flippen. Die Grafik ist – euphemistisch – zweckmäßig.
Run-Länge: Zwischen 15 und 30 Minuten – extrem münzwurfglückabhängig. Das Spiel könnte theoretisch nach den ersten 10 Würfen beendet sein.
Umfang und Wiederspielwert: Kurz: nicht vorhanden. Eine Münze zum Werfen, vier Upgrades, die man schnell gemaxt hat. Es gibt fünf Enden, die zufällig – haha – haha – gewürfelt – haha – werden. Aber es gibt keinen vernünftigen Grund, ein zweites Ende freizuspielen.
Demo: Das Spiel ist die Demo.
Spielertyp: Artsy-Idler. Das Spiel bietet – selbst für Clickerspiel-Verhältnisse – nichts Interessantes. Außer der philosophischen Auseinandersetzung mit den Fragen: Was machen wir eigentlich hier? Warum spielen wir? Diese Kunstscheiße-Diskussion wurde aber von etlichen anderen Spielen und Medien deutlich besser umgesetzt.
Fazit: Wahrer Trash. Zurecht im Tri-bunal #01 abgestraft. Wenigstens kann man sich die €2 direkt wieder refunden.
Gib mir auf keinen Fall: €1,99 auf Steam

Fußnoten

  1. Prestigesysteme in Idle Games sind für den permanenten Fortschritt zuständig. In einem Run sammelt sich eine eigene Prestige-Währung an. Wird der Run abgebrochen, werden diese in mächtige permanente Perks investiert, die den Start in einen neuen Run nicht nur vereinfachen, sondern auch notwendig sind, um überhaupt ins Endgame zu kommen.

  2. BildschirmSchonerWert. Kann man das Spiel nebenher laufen lassen oder muss man ständig eingreifen?