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Literatur
The World of Warcraft (Development) Diary
- Buch: The World of Warcraft Diary:
A Journal in Computer Game Development - Author: John Staats
- Homepage: https://whenitsready.com/wowdiary/))
- Preis: Digital ab ~9€
- GoodReads: https://www.goodreads.com/book/show/42594746-the-wow-diary
Ich weiß, ich weiß, eigentlich geht es immer erst mit den Videospielen los, aber ich möchte, dass diese Empfehlung nicht untergeht. Dafür sind das Buch und die Einblicke zu spannend und wertvoll.
Über Videospiele und deren Entwicklung wird viel gesprochen, spekuliert und diskutiert. Nur selten gibt es jedoch gleichzeitig interessante und belastbare Einblicke von Zeitzeugen. Insbesondere gilt dies für große Spiele, also AA+. Die Marken, die Studios und die Firmen sind hier einfach zu protektiv, sodass nur selten etwas nach außen dringt. In Teilen gibt es „Dev Blogs“. Sehr empfehlenswert sind hier die Factorio Fridays oder der Neowsletter von Slay the Spire 2. Beide fallen natürlich nicht in die klassische AA/AAA-Kategorie.
Es ist also besonders relevant und spannend, wenn man in die Entwicklung eines großen Spiels schauen darf – hier dann sogar noch ein MMORPG, ein bekannt kompliziertes, langwieriges und teures Genre. John Staats war einer der ersten festangestellten Entwickler des „World of Warcraft“-Entwicklungsteams. Er hat quasi von Tag 1 an Tagebuch geführt und dabei erstaunlich detailliert mitgeschrieben. Als LeserIn kann man so die Entwicklung von World of Warcraft von den ersten 3D-Schritten bis zur Veröffentlichung im Jahr 2004 mitverfolgen.
„The WoW Diary“ ist eine große Empfehlung für alle, die sich für Videospielentwicklung interessieren. Ein Interesse an MMORPGs ist nicht notwendig, schadet aber natürlich nicht. Gleichzeitig gewährt das Buch einen Einblick in das frühe Blizzard. Eine passende Ergänzung ist das Buch Play Nice: The Rise, Fall, and Future Of Blizzard Entertainment von Jason Schreier.
Ursprünglich über Kickstarter (teil)finanziert – die Förderkampagne lässt sich hier abrufen. Natürlich war ich Teil dieser Kampagne ;-).
9/10
Lest auch gerne meinen Artikel World of Warcraft: Eine kurze Zeitwanderung
.
Videospiele
Frostpunk 2
- Spiel: Frostpunk 2
- Entwickler: 11 bit Studios
- Publisher: 11 bit Studios
- Genre: Survival-City-Builder
- Releasedatum: 20. September 2024
- UVP: 44,99 € – Steam
- Spieldauer: ~13 h
- Gespielt auf: PS5
Frostpunk 2 startet mit einem Prolog. NUR DAMIT MAN DANN 90 MINUTEN SPÄTER IN DER STORY EXAKT DAS GLEICHE WIEDERHOLT.
Geil, Freude pur. Wird dann nur noch getoppt, wenn sich zwei Interface-Pop-ups gleichzeitig öffnen und ich nichts mehr auswählen kann → Hard Reset des Games. GEIEL.
Zwei Stunden gespielt. 0 Stunden Spaß gehabt. _Frost_ige Laune und Punk der ich bin, deinstalliert.
Verkaufe ein fast neues Frostpunk2 (PS5), schreibt mich an 😜
2/10
World of Warcraft Classic Hardcore
- Spiel: World of Warcraft
- Entwickler: Blizzard Entertainment
- Publisher: Activision
- Genre: MMORPG
- Releasedatum: 26. August 2019
- UVP: 12 € / Monat – Battle.net
- Spieldauer: ∞
- Gespielt auf: Arch Linux und MacOS
Ich spiele on/off World of Warcraft – seit The Burning Crusade im Januar 2007. Ich hätte jederzeit von mir gesagt, in World of Warcraft kenne ich mich aus, hier bin ich zu Hause. Dann kam Classic Hardcore und lehrte mich eines Besseren.
World of Warcraft Hardcore verlangt in jedem Moment Konzentration und umfassende Kenntnisse des Spiels. Kein Gegner darf verharmlost werden, Fähigkeiten, Wissen über Engine-Quirks und Pathfinding müssen sitzen. Ansonsten findet man sich schneller als Geist (Charakter ist verstorben) wieder, als einem lieb ist.
Gleichzeitig sorgt dies aber für richtig Feuer unterm Arsch. Der Ironman-Modus ist ja eh immer eine spannende Gameplay-Variation, aber wenn man 200 Stunden in seinen Charakter investiert hat, hittet das nochmal ganz anders.
(Ich habe keine 200 Stunden über meine verstorbenen Charaktere verteilt – dafür fehlt mir die Zeit. Je nach Erfahrungsstand braucht man 100–200 Stunden, um einen Charakter auf Level 60 zu bringen.)
WoW-Hardcore ist nicht nur etwas für alte Hasen. Es muss nicht das maximale Level erreicht und geraidet werden – im Gegensatz zu Retail (der aktuellen WoW-Erweiterung) ist Classic Hardcore der Inbegriff von „Der Weg ist das Ziel“. Springt einfach mal rein, spielt ein paar Stunden, erkundet die Welt, die Quests und eure Klasse. Das Ironman-Feeling sorgt einfach für eine besondere und intensive Erfahrung.
9.5/10
DRAGON QUEST III HD-2D Remake
- Spiel: DRAGON QUEST III HD-2D Remake
- Entwickler: Square Enix
- Publisher: Square Enix
- Genre: JRPG
- Releasedatum: 14. November 2024
- UVP: 59,99 € – Steam
- Spieldauer: ~42 h
- Gespielt auf: Playstation 5
Mit 16 Jahren ausziehen, um das Lebensziel des Vaters zu verfolgen und die Welt vor ewiger Dunkelheit zu retten. Ein klassischer Coming-of-Age-Weg eines Teenagers. Wer kennt das nicht?
Was in der Realität eher selten passiert, spielt sich in Videospielen dann doch das ein oder andere Mal ab.
Die Story von Dragon Quest 3 ist Standardkost und schnell wieder vergessen. Auch das Gameplay lockt niemanden hinterm Ofen hervor. Und trotzdem spielt sich DQ3 recht „smooth“. Nicht zu viel, nicht zu komplex, nicht zu abgedreht. Man steuert seine Party durch die Oberwelt von Stadt zu Dungeon, zu Dorf zu Dungeon. Es gibt automatische Level-Ups, eine überschaubare Anzahl an Items und Ausrüstung. Die Kämpfe laufen, typisch für Dragon Quest, semi-automatisiert ab. Das mag vielen zu langweilig sein, mir gefällt dieser Grad an Passivität jedoch. Ich brauche nicht den Nervenkitzel eines Dark Souls in jedem Rollenspiel.
Spielt auf „Leicht“, ansonsten erwarten euch zäher Grind und gnadenlose Bosskämpfe – das ist es nicht wert.
6.5/10