
Directwerk
Dies ist eine Vorstellung eines meiner Hobbyprojekte.
Ich höre gerne die „Audio Let’s Plays“ von Stay Forever und Down to the Detail. Die erscheinen klassisch als Einzelepisoden – zum erneuten Durchhören einer ganzen Staffel eher umständlich. Deshalb schneide ich nach Staffelende Supercuts (ohne Intro/Outro pro Folge) und stelle sie mir als privaten Feed bereit.
Früher lief das über meine Eigenlösung „Podcasthub“. Funktioniert, aber ohne echtes Multi-Tenant und mit nur rudimentären privaten Feeds. Irgendwann wollte ich genau das sauberer lösen: Inhalte hosten, berechtigen, als Feed ausspielen – und das nicht nur für mich, sondern so, dass mehrere Projekte parallel darauf laufen können.
Daraus ist Directwerk geworden.
Was ist Directwerk?
Directwerk ist eine Multi-Tenant-Plattform für digitales Publishing. Damit lassen sich Podcasts, Artikel, Newsletter und digitaler Bonuscontent erstellen und ausspielen – öffentlich oder privat, inklusive nutzerspezifischer RSS-Feeds.
Features sind modular: Pro Tenant (Kunde/Projekt) kann man einschalten, was man braucht. Wer nur Podcasts will, bekommt Podcasts. Wer Paywall, Newsletter und Mitgliederverwaltung dazu will, schaltet genau das frei.
Die Idee dahinter ist simpel: Statt Content, Assets, Feeds, Abos und Website auf fünf bis sieben Tools zu verteilen (oft außerhalb der EU), liegt die Kette in einer Plattform – von der Redaktion bis zum Podcatcher. Hosting und Auslieferung laufen über bunny.net in der EU bzw. ein globales CDN, mit Trennung von öffentlichen und privaten Dateien.
Der Umzug in zehn Minuten
Mein eigener Use-Case war der Härtetest. Der Wechsel von Podcasthub nach Directwerk hat – ungelogen – keine zehn Minuten gedauert:
- Tenant erstellt
- Podcast-Sendungen angelegt (Stay Forever usw.)
- Audio-RSS-Feeds importiert (Server-zu-Server-Asset-Stream)
- Endnutzer-Account registriert und per Feed-Builder eigene Feeds gebaut
- Neue RSS-URLs in der Podcatcher-App hinterlegt
Denselben Weg bin ich mit Simons Liedermacherleben-Podcast gegangen: liedermacherleben.directwerk.org.
Genau das ist der Ablauf, den ich mir für Creator wünsche: bestehendes Material importieren, Rechte setzen, Feeds abonnieren – fertig. Kein erneutes Hochladen jeder einzelnen Datei, kein Copy-Paste von Metadaten.
Wie die Plattform grob aussieht
Directwerk besteht aus drei Kern-Apps plus Marketing und Doku:
- Creator-Studio – Redaktion: Artikel, Podcasts, Medien, Newsletter, Formate/Tags, Abostufen
- API – Kernstück: Daten, Berechtigungen, Jobs; eine Instanz, viele Tenants
- Plattform-Admin – Betrieb: Tenants anlegen, Module freischalten, Admins einladen, Jobs beobachten
Onboarding: Plattform-Admin legt Tenant (Name/Slug) an, lädt den ersten Tenant-Admin per Mail ein. Die Endkundenwebseite liegt standardmäßig unter https://<slug>.directwerk.org, per CNAME auf die eigene Domain umbiegenbar.
Wer eine eigene Optik oder Produktlogik braucht, kann die API direkt ansprechen und ein eigenes Frontend davorsetzen. Directwerk liefert dann Daten und Businesslogik; Design bleibt beim Integrator.
Creator-Studio in zwei Desks
Das Studio trennt bewusst:
- Digital – schriftliche Artikel und Newsletter
- Podcast – Audio-Episoden und Sendungsstruktur
Directwerk ersetzt keine Aufnahme und keinen Schnitt. Es hostet, verwaltet und spielt aus. Für Analytics lässt sich eine Umami-Website-ID hinterlegen (Artikelzugriffe und Podcast-Downloads).
Stripe ist technisch vorbereitet (brauchbare EU-Alternativen sind dünn), muss im echten Kundenonboarding aber noch ausführlich getestet werden.
Feeds, Paywall, Whitelabel
Jeder Tenant bzw. jede Sendung bekommt automatisch vier Feeds: zwei öffentliche (Level-0-Inhalte) und zwei private (nur mit Account und passender Berechtigung). Zusätzlich können eingeloggte Nutzer über den Feed-Builder eigene Feeds aus Sendungen, Formaten und Kategorien bauen – genau der Stay-Forever-Supercut-Fall von oben.
Optional gibt es eine Whitelabel-Website: öffentliche Posts ohne Login, private Inhalte nach Anmeldung, Podcasts mit Web-Audioplayer. Mein Demo-Auftritt: lucanerlich.directwerk.org.
Automatische Standard-Feeds pro Tenant/Sendung.
Eigene Feeds zusammenklicken.
Abostufen (Demo-Content).
Medienbibliothek im Creator-Studio.
Was noch fehlt
Backend-first, Ein-Mann-Hobby: Fokus lag auf Multi-Tenancy, privaten Inhalten und einer sauberen API. Offen sind vor allem Frontend-/Marketing-Design, das Durchspielen von Stripe mit einem echten Kunden und Homepage-Texte, die stellenweise noch AI-generiert und unsauber sind.
Feedback und Neugier sind willkommen.
Akteur-Flussdiagramm
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