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How Many Dudes? … Willst beim Kloppen zuschauen?

How Many Dudes? … Willst beim Kloppen zuschauen?

How Many Dudes? könnte gut und gerne als neuer Maßstab für das Metagame Twitch-Streaming herhalten: Man schaut jemanden dabei zu, wie man dabei zuschaut, dass alles automatisch abläuft. Ein paar Level tiefer in dieser Inception-Loop geht noch, aber wir müssen uns langsam daran erinnern, was genau unser Totem nochmal war. Aber von vorn: Wovon sprechen wir hier eigentlich?

Ein Dude für die Beschreibung

Ein Genremix, klar. Auf den ersten Blick und Level: Wir sind hier im Territorium der Vampire Survivors“-like unterwegs. Aber du kannst die Charaktere nicht steuern. Okay, dann doch Autobattler-Genre. Aber wir haben hier nen Shop, um Gegenstände zu kaufen, die mich stärker machen. Und die besagten Dudes1 muss ich anwerben. Das Spiel bietet derzeit stattliche 42 verschiedene Dude-Typen – deine Charakterklassen: Vampire, Spartaner oder doch lieber Manager? Alle mit unterschiedlichen Vorteilen, Stats, einmaligen Fähigkeiten und eigenen Buff-Items im Shop. Und dann kämpfen diese Dudes gegen … Babys?2 Zumindest zu Beginn. Es kommen noch mehr Gegnervarianten hinzu: Ratten; Enten, die so groß sind wie Pferde; Pferde, die so groß sind wie Enten; Einhörner; Gorillas und noch diverser anderer Zoocontent. Im Autobattler-Style soll es die alte Frage beantworten: Wie viele Typen3 braucht es, um 3 Schlangen, 4 Eisbären und 10 Schnappschildkröten zu besiegen?

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In Runde 39 wäre selbst Rocky schon ausgestiegen, nicht so meine Mumien und Cowboys. Soll es nun gegen 33 Ratten in Hundegröße oder 296 Pferde in Entengröße gehen?

Noch ein Dude für die Entscheidungen

Wenn man den vorherigen Absatz losgelöst liest, klingt das wie gemalt für Streamer-Spiele: schräger Content, bisschen Zufallsfaktor, aber auch Strategie scheint auch dabei zu sein – kann man endlos drüber labern und sorgt für TikTok-bare Ragemomente. Schließlich können wir nur bis zu fünf unterschiedliche Dudes in einem Run mitnehmen. Auch die Auswahl der Items im Shop sollte abgewogen werden: Will ich all meine Dudes buffen oder nur den einen Typ Dudes? Will ich mehr nen Heiltrank kaufen, den ich im laufenden Match hineinwerfen kann, oder lieber die Shopitems neu würfeln? Vielleicht bekomme ich beim nächsten Roll ein Angriffsitem für die Arena – etwa den Meteor, der Freund und Feind umwirft (aber nur dem Feind Schaden zufügt). Oder doch das eine krasse Item für meinen Ninja-Dude, das ihn zur Killermaschine macht? In über 100 Battlearenen treten die Dudes an und dazwischen werden die vermeintlich Sid-Meierschen interessanten Entscheidungen getroffen. Jetzt setzen wir noch nen Streamer davor, der sich darüber beömmelt, dass man seinen Dudes auch Burritos kaufen kann, die einen furzen lassen, wenn sie KO gehen. Kann man sich angucken, auch über Stunden. Aber kann man das auch selbst spielen?

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Der Händlerdude bietet Items für den Kampf, für alle Dudes oder nur für Spezielle (hier nur für den Hacker)

Hier noch ein Dude für die Geschichte dahinter

Das Spiel war schon früh ein Erfolg. Bereits im April 2026 vermelden die Entwickler, dass knapp 500.000 Spieler die Demo gespielt haben und diese damit zu den Top-Demos unter Steam gehörte. Auch der Launch war ein Riesenerfolg für das Studio mit dem sympathischen Namen Butterscotch Shenanigans4: 100.000 Verkäufe in den ersten 2 Tagen nach Release Ende Juli 2026. Schon werden neue Dudes angekündigt und wahrscheinlich kommt ein DLC auch bald (nicht angekündigt, aber meine Vermutung). Das erinnert alles auch ein wenig an den (meiner Meinung nach zurecht) Hype um Brotato5. Und so ganz zu Unrecht kommt das sicher nicht. Es drückt schon die richtigen Knöpfe in seinem Genremix, seiner quatschigen Ästhetik und den typischen Rogue-lite-Suchtspiralen: nur noch ein perfekter Run! Und trotzdem fragt man sich schnell: „Was genau mach’ ich hier eigentlich?“

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Die Dudes kommen mit allerlei Mechaniken, die nicht immer intuitiv sind. Die wahre Power des Lichs erschließt sich erst im Endgame

Nicht den Dude vergessen, der das Spiel entlarvt

Die vermeintlich interessanten Entscheidungen sind häufig gar nicht so autobattle-entscheidend: Klar, die ersten Runs verkackt man, weil man noch nicht verstanden hat, dass man eine Heilklasse oder zumindest ein Heil-Item dabei haben sollte. Und am Anfang macht man sich vielleicht noch Gedanken, ob man das Angebot von dem shady Typen annehmen sollte, der dir zwei deiner Items mitnimmt, um ein paar Runden später zurückzukommen, mit den ursprünglichen Items und noch zwei mehr. Es fühlt sich nach einer interessanten Entscheidung an: Hmm … wenn ich diese beiden Items temporär verliere, sind meine Dudes dann noch stark genug, um gegen die Ziegenherde in zwei Leveln zu bestehen? Aber nach ein paar Runden kommt raus: Diese Deals sollte man in 99% der Fälle annehmen. Das Extra-Item, das dir der Typ mitbringt, ist immer mehr wert als der zwischenzeitliche Verlust deiner Buffs. Für die harten Endbosse in den letzten Arenen braucht man so viele Items und Buffs wie möglich, um das volle Potenzial seiner Dudearmee zu schöpfen. Und obwohl 100 Arenen nach viel klingen, wird man es ohne solche Deals nicht schaffen, genug zu sammeln. Es gibt noch ein paar mehr solcher wiederkehrenden Ereignisse, die ein Risiko vorgaukeln. In Wirklichkeit haben wir es hier nicht nur mit einem Autobattler, sondern auch mit einem Autoclicker zu tun: mechanisch wähle ich immer die vermeintlich risikoreiche Variante aus. Auch sind 100 Arenen ne Menge Holz, selbst wenn man die Geschwindigkeit auf 150% stellt. Ein Run dauert dann schon mindestens ne Stunde und für die Länge ist die Gegnervariation nicht vielfältig genug: Es wird immer mehr vom selben in die Arena geworfen. Oder man verwendet einfach den Trick, die Viecher in unterschiedlichen Zoomstufen (also Größen) anzubieten. Und klar sind Enten, die so groß sind wie Pferde, schon geil, aber sind halt als Gegnertyp doch nur die Enten, gegen die ich 20 Arenen vorher schon gekämpft habe, nur jetzt in groß und damit schwieriger zu kloppen.

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Puh, 720 Pferde in Entengröße besiegt. Die Auswertung zeigt: die Alien Dudes hauen nicht nur rein, sie sorgen sich auch um ihre Brüder.

Aber der Dude, dem es irgendwie gefällt, will auch noch mit

Wir sind hier wieder beim Metagame angelangt: Alles bewegt sich von alleine, alles klickt sich (fast) von alleine. Dann ist es nur konsequent, dass man dabei lieber seinem Lieblingsstreamer zuschaut, um – falls der Run nicht erfolgreich war – süffisant in seinem Ohrensessel sitzend in sein Whiskyglas zu lallen: „Joah, also diese eine Entscheidung hätte ich anders getroffen.“ Anstatt all das einfach selbst zu spielen. Doch der Erfolg zeigt: Es hat sein Publikum, und ich kann es verstehen. Entscheidungen werden relevanter, gerade im hohen Schwierigkeitsgrad. Auch ist es ultra befriedigend, eine Combo von Dudes und Items zu finden, die die Gegnerhorden nur so wegbämst. Während ein paar der Entscheidungen weiterhin eher dem Autoclicker-Modus unterliegen, erwische ich mich doch immer wieder dabei, sorgfältig abzuwägen, welche der Upgrades oder Items ich auswähle. Und plötzlich haut dein ehemals schwächster Dude durch ein Item kräftig auf’s Maul oder wird zum krassen Tank, Heiler oder zur Support-Klasse. Auch überraschende Synergien zwischen den Dudes entdecke ich selbst nach dem x‑ten Run. Täglich gibt es einen Lauf mit zusammengewürfelten Dudes, der einem erlaubt, ehemals unerforschte Konstellationen zu entdecken – durch die vielen Dude-Klassen ist kein Run wie der andere.

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Auf diese Bilder und Frage haben wir den ganzen Artikel gewartet: schaffen es die Dudes 669 Widder zur Strecke zu bringen?6

Macht Mindestens 5 Dudes (M5D)

Aber was ist es nun: goil oder meh? Der M12G‑Rat von M10Z hat sich eher für letzteres entschieden. Und das ist okay. In alter Spielezeitschriften-Schule ist das wohl ein niedriger 70er‑Titel. Keine Revolution, auch der Twitch-Zug ist schon längst weitergefahren, aber es macht irgendwie Bock, zu spielen – und ja, es macht auch Laune, dem einfach nur zuzuschauen. Der Vorteil bei diesem Spiel ist und bleibt, dass beide Varianten funktionieren. Auf der Schifferschen Qualitätsmatrix landet es dann doch irgendwie bei „dumm“ und „geil“. Wer für die benannten Mechaniken empfänglich ist (oder Brotato mag), kann hier über 20 Stunden Spaß und vermutlich sogar noch eine Herausforderung im Endgame finden. Die Unentschlossenen sollten einfach die Demo probespielen und sich gewahr sein, dass man darin schon fast den gesamten interessanten Gameplay-Loop gesehen hat, jedoch der eigentliche Sog erst nach etwa 10 Läufen einsetzt. Und dann zündet es hart oder gar nicht, ein bisschen wie die Bombe, bei der wir erst den Code finden müssen, was nur ganz speziellen Dudes gelingt – wie etwa dem Leser dieses Erfahrungsberichtes.

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Falls nichts mehr hilft, hilft wumms. Allerdings nur, wenn man sich das Atombomben Item im Shop gönnt

Fußnoten

  1. Auf Deutsch etwas clumsy mit “Brudi” übersetzt

  2. Die man Optionsmenü auch gegen Teddybären austauschen, falls einem das zu brutal ist. Aber niedliche Enten verhauen scheint in Ordnung und bedarf keiner Option

  3. Rolling Credits

  4. Ahja, Gänse kann man auch verprügeln

  5. Das geilere Vampire Survivors

  6. Antwort: ja!

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